Die Person
Mit 16 Jahren flieht Diare Condé allein aus Guinea – zu Fuss durch die Sahara, in einem hoffnungslos überladenen Schlauchboot über das Mittelmeer. In der Schweiz angekommen, wird sein Asylgesuch abgelehnt; er lebt jahrelang als abgewiesener Flüchtling am Rand der Gesellschaft, mit wenigen Franken pro Tag. Als der Bundesrat im März 2020 wegen Corona den Notstand ausruft, bemerkt er, dass grosse Mengen an Lebensmitteln für Schulen und soziale Einrichtungen plötzlich nicht mehr abgeholt werden, weil diese schliessen mussten. Mit Einverständnis der Lieferanten beginnt er, die Ware eigenhändig an Bedürftige zu verteilen. Was als spontane Nothilfe eines jungen Mannes ohne gesicherten Aufenthaltsstatus beginnt, wird schnell landesweit bekannt – die Geburtsstunde von «Essen für Alle».
Heute ist «Essen für Alle» ein selbständiger Verein mit fünf Standorten in der Schweiz. Jeden Samstag bewahren rund 200 freiwillige Helferinnen und Helfer gegen 30 Tonnen Lebensmittel vor der Vernichtung und verteilen sie an rund 2'000 Bedürftige – schätzungsweise 8'000 Personen werden so pro Woche erreicht. Diare Condé engagiert sich darüber hinaus im Ausländerinnen- und Ausländerbeirat der Stadt Zürich. Für dieses aussergewöhnliche, aus purer Notwendigkeit entstandene Engagement erhält er den Jonas-Furrer-Preis.