Jonas Furrer

Der Politiker & Freimaurer

 

Jonas Furrer (*1805) war ein Winterthurer Rechtsanwalt und Politiker. Er wurde einer der Väter der neuen Bundesverfassung und 1848 erster Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Als Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements musste er sich v. a. mit dem Bundesstrafrecht auseinandersetzen. Die Arbeitsüberlastung forderte ihren Tribut: Er verstarb 1861 an ihren Folgen.

 

Jonas Furrer machte sich auch als Freimaurer verdient. 1830 trat er der Loge «Akazia» im Orient Winterthur bei. 1844 delegierte sie ihn zur Unterzeichnung des Gründungsvertrags der Schweizerischen Grossloge Alpina. An diesem Anlass wurde er zum ersten Grossredner gewählt. Die «Akazia» wie auch die «Alpina» ernannten ihn zum Ehrenmitglied.

Seine Überzeugung

«Der Zeiten wahrstes und tiefstes Bedürfniss zu erkennen und demselben durch Mittel der Weisheit und auf dem Wege der Humanität und Liebe zu begegnen ist eine der grössten Aufgaben der Maurerei, und steht in engster Verbindung mit dem Endzweck ihres Wirkens.»

Jonas Furrer (1805 bis 1861)

Jonas Furrer war ein Winterthurer Rechtsanwalt, Politiker und Freimaurer. Er wurde der erste Bundespräsident der Schweizerischen Eidgenossenschaft und erster Grossredner der Schweizerischen Grossloge Alpina. Sein Einsatz für die Rechte und Freiheit jedes einzelnen Bürgers, sein Glaube daran, dass die Kräfte des Guten siegen werden und seine selbstlose Aufopferung dafür verdienen es, ihn als Vorbild und einen der wahren Väter unserer liberalen Gesellschaft in Erinnerung zu halten. Er hat als Staatsmann jene Überzeugungen gelebt und umgesetzt, welche die Grundlage der Freimaurerei bilden.

Die Person

Jonas Furrer wurde am 3. März 1805 als einziger Sohn eines Schlossermeisters an der Steinberggasse 8 in Winterthur geboren. Seine Eltern waren nicht auf Rosen gebettet, trotzdem stand für sie ausser Frage, dass dem talentierten Jungen ein Studium ermöglicht werden musste, auch wenn das finanzielle Opfer erforderte. Gerne hätte er Chemie oder Medizin studiert, seine Mutter hätte ihn jedoch lieber als Pfarrer gesehen. Dagegen sträubte er sich entschieden, weil ihn die Fragen, Antworten und Beweisführung des Katechismus unendlich quälten, weil er vieles dabei nicht verstand, und sich auch gar nicht darum bemühte. Schliesslich schloss er sich dem Wunsch seines Vaters für einen Beruf mit gesicherter wirtschaftlicher Zukunft an und wählte die Jurisprudenz. Er begann sein Studium in Zürich und führte dieses 1824 an der Universität Heidelberg fort. Schliesslich folgten drei Semester in Göttingen. Zurück in Zürich vollendete er seine Ausbildung in Privatrecht, um sich auf eine Praxis als Rechtsanwalt vorzubereiten. 1832 heiratete Jonas Furrer eine Tochter des verstorbenen Regierungsrates Johann Heinrich Sulzer. Dadurch kam er in eine enge verwandtschaftliche Verbindung mit angesehenen Winterthurer Familien, was wohl auch seiner bald beginnenden politischen Laufbahn förderlich war. Der glücklichen Ehe entsprossen drei Töchter und zwei Söhne.

Die erfolgreiche Tätigkeit als Rechtsanwalt mit rasch wachsender Kundschaft machte es erforderlich, dass er sein Standquartier nach Zürich verlegte. So zog er 1836 in die sogenannten Escherhäuser am Zeltweg 9 in Hottingen. 1839 zog er mit der Familie an die Theaterstrasse 8. Seine Wahl in den Bundesrat 1848 machte einen erneuten Umzug erforderlich, diesmal nach Bern. Nur ungern zügelte er wieder. Mit seinem Freund Alfred Escher setzte er sich vergebens dafür ein, dass Zürich zur Bundeshauptstadt gewählt würde. Die hektische Arbeit zum Wohle des jungen Bundesstaates zehrte an seiner Gesundheit. 1861 reiste er zur Kur nach Heiden, dann nach Ragaz. Er fühlte, dass diese Kur über ihn entscheiden würde. Doch zum schweren Nierenleiden kam eine Lungenentzündung. Am 25. Juli 1861 starb er. Nach seinem letzten Willen wurde er in seiner Vaterstadt Winterthur beigesetzt.

Der Politiker

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde die alte Eidgenossenschaft umgepflügt. Die Ideen der Französischen Revolution fanden vermehrt Anklang. Es wurde gerüttelt an den Grundfesten des Ancien Regime. In Frage gestellt wurden damit auch die Vorrechte und Macht der Patrizier und der Zünfte sowie die Dominanz der Städte über die Landschaft. Der Feudalismus hatte ausgedient. Man stritt über eine künftige neue Staatsform. Die von Napoleon 1798 verfügte zentralistische helvetische Republik existierte nur ein paar Jahre und wurde bereits 1803 durch die Mediation ersetzt. Man sucht nach Kompromissen. Es entstand schliesslich der Föderalismus mit grosser Eigenständigkeit der Kantone. Im Wiener Kongress wurde der Eidgenossenschaft Neutralität zugesagt.

 

Für eine Neuordnung der Rechte und Freiheiten setzten sich die Liberalen ein. Für die Konservativen dagegen sollte sich das Staatsleben nur bedächtig entwickeln: Was im Laufe von Jahrhunderten entstanden ist, ist wertvoll, sprunghafte Entwicklung bringt nur Unordnung, so der Gedanke. Nach konservativer Auffassung wollten die Franzosen Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit und sie bekamen Napoleon. Die Völker sind gar nicht fähig, selbst zu regieren. Den Fürsten steht es zu, die Geschicke des Staates zu leiten, und sie sind allein Gott verantwortlich.

 

Furrer jedoch war ein Liberaler. In seiner Winterthurer Heimat litt man seit Jahrhunderten unter der Vorherrschaft der Herren von Zürich, die natürlich konservativ dachten und die Landschaft als Untertanengebiet behandelten. Ein von Furrers ganz grosses Verdienst ist es, dass er seine oppositionelle Haltung auch gegenüber seinen politischen Gegnern bedächtig und überzeugend vorbringen konnte. So wurde er bald zum führenden Politiker der Liberalen oder Freisinnigen und zum Gesprächspartner für alle. In wechselnden Wahlerfolgen stellten mal die einen, mal die anderen die Regierung. Furrers Stern stieg ständig. 1842/43 wurde er zum zweiten Gesandten des Standes Zürich an die Tagsatzung delegiert, welche die Eidgenossenschaft umgestalten sollte. 1845 bis 48 amtete er zudem als 81. Bürgermeister des Standes Zürich, der seit Rudolf Brun (1335) die Geschicke von Stadt und Landschaft geleitet hat. In den Diskussionen an den Tagsatzungen über Pressefreiheit, freie Religionsübung, Klosterartikel, Hochschule, freie Niederlassung vertrat er immer gängige Mittelwege. Er setzte sich ein für liberale Grundsätze, die Handel und Industrie möglichst günstige Spielräume und Entfaltungsmöglichkeiten erlaubten. Das Schulwesen wurde von der Kirche getrennt, Kinderarbeit wurde eingeschränkt und die Schulpflicht eingeführt. Er erkannte und vertrat mit aller Schärfe, dass der Einzelne sich in die Gemeinschaft einordnen und gleichzeitig diese den Einzelnen respektieren muss. Wenn nötig, scheute er sich aber nicht, energisch zu handeln. Nachdem als Folge der Konfessionswirren die unterlegenen Orte den Sonderbund bildeten und sich gegen die Tagsatzungsbeschlüsse stellten, setzte sich Furrer resolut zur Verteidigung des Gesetzes ein.

 

Dufour wurde zum General ernannt, der Sonderbund wurde in der Folge rasch aufgelöst. 1848 fand die Schlusssitzung der Tagsatzung statt. Die neue Bundesverfassung war ratifiziert und sollte dem Volk vor Abstimmung vorgelegt werden. Furrer wurde beauftragt, den Bericht zu erstellen. Man hat diesen als ein Musterstück besonderer Qualität gelobt und ihn als vielleicht das nachhaltigste Werk von Furrer bezeichnet. Er beschliesst den Bericht folgendermassen: «Wenn das Schweizervolk den Entwurf annimmt, so darf es mit Wahrheit sagen: diese Bundesverfassung ist unter den manchen, die unser Vaterland seit fünfzig Jahren besass, die erste, welche rein ist von fremdem Einfluss; es darf mit Stolz sagen: wir sind das einzige Volk in Europa, welches in dieser sturmbewegten Zeit in Ruhe und Frieden, und auf gesetzlichem Wege das schwierige Werk seiner politischen Umgestaltung durchgeführt hatte.»

 

Das Gesetz wurde deutlich angenommen. Am 16. November 1848 traten die Räte zur Wahl der ersten Bundesräte zusammen. Bürgermeister Dr. Furrer von Zürich wurde zum Bundesrat und sodann zum 1. Bundespräsidenten gewählt. Vier Mal wurde er in diesem Amt wiedergewählt. Er betreute das Politische und das Justiz- und Polizeidepartement. Er nahm die Aufgabe in Bern ungern an. «Dass ich lieber in Zürich lebte als hier, ist ausser Zweifel, und ebenso, dass die dortigen Geschäfte mir weniger Kummer und Verdruss bereiteten als die hiesigen» liess er einen Freund wissen.

Jonas Furrer und die Neutralität

Was Jonas Furrer als Bundesrat erlebte, könnte in der jetzigen Zeit geschehen. Die grössten Probleme, die er hatte: Die Verteidigung der Unabhängigkeit der Schweiz gegenüber den umliegenden Ländern und das Asylrecht.

 

Mit der neuen Bundesverfassung hatte die Schweiz eine moderne freiheitliche und demokratische Form erhalten. Sie war jedoch von Monarchien umgeben, die in der republikanischen Staatsform eine Gefahr sahen: Napoleon III, Friedrich Wilhelm IV von Preussen, Vittorio Emanuele, die Habsburger mit ihrem Erzkonservativen Metternich. Viele ihrer politischen Gegner, die danach trachteten, die Monarchien zu stürzen, flüchteten in die Schweiz. Die Politik der Schweiz verbot es, dass diese von hier aus agierten. Das wurde jedoch nicht immer eingehalten. Umstehende Regierungen versuchten daher, die Schweiz zu Auslieferungen zu zwingen. Furrer wollte auch für die kritischen ausländischen Mächte ein verlässlicher Partner sein: So wie er sich eine Einmischung des Auslands in die inneren Angelegenheiten verbat, so wenig darf sich die Schweiz in die Entwicklungen in anderen Staaten einmischen. Flüchtlinge, die von ihrem Asyl aus in ihrer Heimat agierten, sollten jedoch ausgewiesen werden. Sie wurden für die Schweiz immer mehr zur Last. «Unmöglich kann man das Asyl so weit ausdehnen, dass man Hunderte oder Tausende auf die Dauer erhalte und ernähre, worunter eine Masse, die bei der Rückkehr entweder nichts zu fürchten hat oder nur einen kurzen Verhaft», schrieb Furrer. Dem Beschluss des Bundesrates, die Rädelsführer unter den Asylanten auszuweisen, kamen nicht alle Kantone im gleichen Mass nach.

 

Furrer ärgerte sich masslos über die lasche Handhabung der Kantone Genf und Tessin, die seine Glaubwürdigkeit im Ausland in Frage stellten. Von dort drohte man. Furrer entgegnete 1848 mit einer Note an die Mächte, die als das grösste juristische Dokument bezeichnet wurde, das unsere internationale Stellung beleuchtet hat. Darin schreibt er, dass die Neutralität und Unverletzlichkeit der Schweiz und besonders ihre Unabhängigkeit von jedem fremden Einfluss im wahren Interesse sämtlicher Mächte selbst liegen. Gestützt auf
ihr gutes Recht werde die Eidgenossenschaft jeden Schutz der Mächte für bestimmte Kantone ablehnen und jedem fremden Staat das Recht der Einmischung in die schweizerischen Verhältnisse bestreiten. Als die englische Regierung verlangte, dass die neue Verfassung der Eidgenossenschaft vorerst der englischen Regierung und den anderen Mächten des Wiener Vertrages von 1815 zur Genehmigung unterbreitet werden solle, antwortete er: «Aber gern werden wir die Bundesverfassung der Regierung Ihrer Majestät der Königin Victoria zur Prüfung unterbreiten, unter der Bedingung jedoch, dass die Regierung Ihrer Majestät zuerst uns die Verfassung des britischen Reiches vorlegt.»

 

Ebenso geschickt reagierte Furrer im «Neuenburger Handel». Neuenburg war zugleich preussisches Fürstentum und schweizerischer Kanton. Im steten Handel der Royalisten und der Republikaner, denen die Mehrheit der Neuenburger wohlgesinnt war, siegten 1848 in einer Abstimmung die Republikaner. Neuenburg sagte sich vom König los. Wieder drohte der Eingriff der monarchischen Staaten. Die Mobilmachung Preussens stand bevor. Furrer warb um Verständnis bei wohlgesinnten Politikern unter den Nachbarn. Dabei musste er sich allerhand anhören, etwa, «die Schweiz sei immer verhätschelt worden und müsse sich, wie andere Länder auch, einer höheren europäischen Staatsordnung fügen». Die Haltung des Bundesrates blieb nobel und schliesslich konnte Furrer 1857 vermerken, dass «der Neuenburger Handel günstig abgeschlossen wurde. Die Schweiz kommt mit der blossen Amnestie (der Royalisten), die sie sonst gewährt, und der Garantie einiger Stiftungen (des Königs) auf sehr günstige und keineswegs unehrenhafte Weise aus der gefahrvollen Lage».

 

Der Freimaurer

Seit 1820 gab es in Winterthur die Loge «Akazia». Dort klopfte Jonas Furrer 1829 an, er war knapp 25-jährig. Auf eine der dabei gestellten Prüfungsfragen antwortete er: «Wenn intellektuelle und moralische Vervollkommnung Aufgabe des menschlichen Lebens ist, so kann des Menschen wahres Bedürfnis kein anderes seyn, als vollkommene Erkenntnis seiner selbst.»

Die junge «Akazia» erlebte in den folgenden Jahren eine grössere Krise. Der Enthusiasmus der ersten Jahre war verflogen. Heini Zindel, Meister vom Stuhl und präziser Chronist seiner Loge schrieb: «Offensichtlich erwartete Bruder Jonas Furrer von seiner Logenzugehörigkeit etwas mehr als er vorfand.» Endlich nach vier Lehrlingsjahren wurde am 26. April 1834 über seine Beförderung zum Gesellen beraten und ballotiert. Da aber nach weiteren zwei Jahren des Wartens die rituelle Tempelfeier noch immer nicht stattgefunden hatte, platzte Bruder Jonas Furrer der Kragen. Mit Bestürzung erfuhren die Brüder der «Akazia» von seinem Affiliationsgesuch bei der Loge «Modestia cum Libertate» in Zürich. Nur dem Verhandlungsgeschick des damaligen Geheimschreibers der «Akazia» ist es zu verdanken, dass Br. Jonas Furrer sein Gesuch zurückzog.

 

Bereits am 7. Januar 1837 fand dann endlich die längst fällige Beförderung statt, noch im selben Jahr die Erhebung zum Meister. Bald darauf übertrug ihm die Akazia das Amt des Logenredners. Im Archiv der «Akazia» sind 16 handgeschriebene Logenreden zu verschiedenen Anlässen erhalten. Vieles zeitlos Gültiges ist darin enthalten und es zeugt davon, wie sehr Jonas Furrers Geist sich mit dem Gedankengebäude der Freimaurerei deckte. So sagt er in einer Ansprache an neu aufgenommene Brüder: «Sie fragen vielleicht, ob denn die Maurerei notwendig sei, ob nicht das Leben im Staate und in der Kirche mit allen ihren Anstalten der Entwicklung und Bildung der Menschheit genüge? Die Erfahrung von Jahrhunderten hat diese Frage verneinend entschieden, hat gezeigt, dass jene Anstalten häufig von fremdartigen, egoistischen und gefährlichen Einflüssen beherrscht waren, dass sie oft mit den Prinzipien der Vernunft in Widerspruch waren. Umgekehrt hat sie gezeigt, dass in den verschiedensten Zeiten und Ländern aus verborgenen Tempeln der Weisheit und Tugend Ideen ausströmen, welche mit segensreicher Wirkung sich über die Menschheit verbreiten.»

Bedingt durch seine rasante politische Karriere und die Verlegung seines Wohnsitzes nach Zürich und dann nach Bern konnte er in späteren Jahren nur noch sporadische Besuche in seiner Mutterloge unternehmen. 1844 wurde er zur Unterzeichnung des Gründungsvertrages der Grossloge Alpina delegiert. Dabei wurde er zum ersten Grossredner gewählt.

 

Vom 22. bis 24. Juni 1844 wurde die Schweizerische Grossloge Alpina in Zürich konstituiert. Die politischen Gräben der Zeit verliefen auch durch die Reihen der Freimaurerbrüder. Es spricht für die gelebte brüderliche Toleranz, dass zwei hoch angesehene Brüder aus den beiden unterschiedlichen Lagern die Festrede hielten: der liberale Jonas Furrer und der konservative Johann Caspar Bluntschli, ebenfalls Mitglied des Verwaltungsrates der Grossloge. Bluntschli war Professor an der Universität Zürich und galt als Autorität im Völkerrecht. Zudem war er Regierungsrat. Als die Liberalen 1845 einen Erdrutschartigen Wahlerfolg erzielten, trat er zurück. Er nahm eine Berufung an die Universität Heidelberg an, trat der dortigen Loge bei und war schliesslich Grossmeister der Grossloge «Zur Sonne» in Bayreuth. Über Furrer schrieb er: «Mit Furrer stand ich, wenn auch nicht auf vertrautem Fuss, so doch in guter Beziehung. Die Parteistellung und auch manche Ansichten waren wohl verschieden, aber die Achtung war wechselseitig. Als Juristen und F.M. verständigen wir uns über manches.»

Diese Zeilen wurden in späteren ruhigeren Zeiten niedergeschrieben. In den bewegten 40er-Jahren konnten politische Differenzen durchaus das Mass brüderlicher Toleranz überschreiten. Nach solch einer Auseinandersetzung trat Bluntschli 1850 aus der Grosslogenleitung aus und Furrer deckte sogar. Der Burgfriede wurde aber wieder hergestellt. Br. Jonas Furrer trat «wegen Überhäufung von den Geschäften» aus dem Direktorium aus. Er wurde in der Folge Ehrenmitglied der «Alpina» und der «Akazia». Wurde Furrer gross, weil er Freimaurer war, fragte einer seiner Mitbrüder und Chronisten und gab die Antwort selbst: Nein, das zu behaupten wäre anmassend. Aber dass ihn die Freimaurerei miterzogen hat, darf nicht geleugnet werden, es darf sogar behauptet werden, sagte er doch selbst offen: «An mir habe ich erfahren, dass die Massonerey kein eitler Wahn ist.»

Literatur

  • Alexander Isler: Bundesrat Dr. Jonas Furrer. Winterthur, 1907, 234+67 Seiten
  • Fritz Brandenberger: Unser Bundesrat Br. Jonas Furrer. Winterthur 1934, 35 Seiten
  • Urs Widmer: Bausteine zur Winterthurer Stadtgeschichte. 1998, 19 Seiten
  • Heini Zindel, M.v.St. der Loge «Akazia» 1995 - 2001. Diverse Schriften und Baurisse